Offene Daten – ein Konzept mit Perspektive

Ein Server, aus dem zahlreiche orangefarbene Daten-Kabel herausführen

Vor einem Jahr hat der Verwaltungsvorstand der Stadt Moers beschlossen, ein Open Data-Portal einzurichten und sich gleichzeitig an dem Bundesportal GovData zu beteiligen. Damit verbunden war die Befürwortung einer strategischen Öffnung der Verwaltung im Sinne von Open Government.

Wir haben damit den Weg Richtung Transparenz und Öffnung der Verwaltung konsequent fortgesetzt, dem wir seit dem ersten Internetangebot vor vielen Jahren folgen. Die Nutzung von Bürgerforen, Chats, Blogs sowie einer breiten Social Media – Palette sind hierfür ebenso Beleg wie das Ratsinformationssystem und das Ideen- und Beschwerdemanagement. Der Schritt Richtung Open Data ist somit ein weiteres Zeichen für den Kulturwandel innerhalb der Verwaltung. Allerdings – das möchte ich betonen – machen es uns die Bürgerinnen und Bürgern auch einfach: In all den Jahren, in denen wir nun schon den Dialog im Internet suchen, wurden unsere Angebote konstruktiv genutzt. Unser Wille zur Offenheit und unsere Dialogbereitschaft wurden anerkannt, es wurde kritisch, aber fair miteinander gesprochen und diskutiert. Dies macht es leichter, die nächsten Schritte zu wagen, die durch den gesellschaftlichen Wandel und veränderte Erwartungshaltungen der Bürgerinnen und Bürger an uns herangetragen werden.

Nun öffnen wir also nach und nach unsere Datenbestände, um positive Effekte in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und anderen Bereichen der Gesellschaft zu ermöglichen. Natürlich können wir nicht mit den großen Open Data-Portalen in Berlin oder Hamburg mithalten, aber ein Anfang ist gemacht. Immerhin weist unser Datenkatalog rund 80 Datensätze aus vielen Bereichen der Verwaltung auf, die kostenlos auch zu kommerziellen Zwecken genutzt werden können. Dieses Angebot abseits der großen Metropolen findet inzwischen eine die Landesgrenzen weit überschreitende Beachtung, und wir beteiligen uns intensiv an der Diskussion zum Thema Open Data und Open Government.

Hier sprechen wir noch von zarten Pflänzchen, die zum Beispiel in Großbritannien, den USA oder auch Österreich schon schöne Früchte tragen. Dort zeigt sich mehr und mehr der wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen von Open Data. Aber auch in Moers gibt es spannende Entwicklungen, die in die richtige Richtung weisen.

  • Mit dem alternativen Ratsinformationssystem OpenRuhr:RIS.Moers wurde den Bürgerinnen und Bürgern von Moers eine hochinteressante Anwendung „geschenkt“, die auf offenen Daten der Stadt Moers beruht. Die Initiative OpenRuhr hat in mühevoller ehrenamtlicher Arbeit die Informationen aus unserem Ratsinformationssystem auf eine neue, sehr bürgernahe Art und Weise umgesetzt. Wer wissen möchte, ob in irgendeinem politischen Gremium über die eigene Straße oder das direkte lokale Umfeld beraten und entschieden wird, kann über eine einfache Straßensuche sehr schnell an die gewünschte Information gelangen. Das System ist dabei sehr nutzerfreundlich gestaltet – ein echter Gewinn für alle und ein wunderbarer Beleg dafür, was mit Open Data alles möglich sein kann.
  • Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal im Bereich E-Government war gerade beim Aufbau unseres Open Data- Angebotes von einiger Bedeutung und wird sicher fortgesetzt und eher noch intensiviert.
  • Diese fruchtbare Kooperation hat inzwischen auch dazu beigetragen, dass das Thema Open Data in die Stadt hineingetragen wurde: In einem innovativen Projekt wurde gemeinsam mit dem Gymnasium versucht, den Nutzen von offenen Daten für schulische Zwecke aufzuzeigen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, und zwei Studenten der Hochschule Rhein-Waal werden ab März während ihres Praxissemesters den Plan weiterverfolgen, ein Vorgehensmodell zu entwickeln, das auch anderen Schulen einen Weg aufzeigen soll, offenen Daten innerhalb des Lehrplanes nutzbar zu machen.
  • Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein arbeitet zurzeit gemeinsam mit der Stadt Moers und weiteren Kommunen an einem Open Data-Portal für den Niederrhein. Gerade die Bereitstellung von Datensätzen aus Kommunen einer Region könnte ein wichtiger Impuls für Interessierte sein, mit den ortsübergreifenden Daten spannende Anwendungen zu entwickeln.

Startseite des Internetangebotes OpenRuhr:RIS:Moers

Gerade der letztgenannte Punkt ist mir wichtig: Je mehr Kommunen oder Behörden der Landes- und Bundesebene ihre Datenbestände öffnen, umso eher wird sich der Nutzen von Open Data zeigen lassen, werden Ideen und Innovationen folgen. Die Stadt Moers hat gezeigt, dass man mit relativ einfachen Mitteln und ohne zusätzliche Ressourcen loslegen kann, wenn der Wille zur Öffnung vorhanden ist, die Open Data-Idee nach innen kommuniziert und alle Bereiche der Verwaltung ihren Beitrag leisten.

Ich bin daher gespannt auf die weitere Entwicklung im Land NRW, dass im letzten Jahr die Entwicklung einer Open.NRW-Strategie in Gang gesetzt hat. Ich bin aber auch gespannt, welche Kommunen in der nächsten Zeit dem Beispiel von Moers und anderen folgen – ich kann dazu nur ermuntern!

2 Kommentare und 2 Trackbacks/Pingbacks

  1. Glückauf Apotheke Kamp-Lintfort schreibt am 11. August 2014 um 13:37

    Danke für den Bericht! Transparenz ist ein sehr gutes gut heutzutage.Hoffe Kamp-Lintfort folgt auch diesem Schritt

    Gibt es denn hier mbald auch mehr interressante Artkiel zu lesen? Viele Grüße

    🙂

  2. Claus Arndt schreibt am 21. August 2014 um 17:34

    Danke, liebe Glückauf Apotheke! Wie sich die Stadt Kamp-Lintfort bei diesem Thema aufstellt, können wir nicht sagen, aber es wird von uns sicher bald wieder mehr interessante Artikel hier geben 🙂

    Beste Grüße
    Claus Arndt

  3. 138.com schreibt am 23. Mai 2016 um 05:15

    138.com

    Moers — Offene Daten – ein Konzept mit Perspektive – Bürgerblog

  4. tu bu schreibt am 4. Juni 2016 um 11:56

    tu bu

    Moers — Offene Daten – ein Konzept mit Perspektive – Bürgerblog

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