Aktiv werden – Braunen Sumpf austrocknen

„WIR SIND BUNT, NICHT BRAUN“ – unter diesem Motto treffen sich am morgigen Samstag zahlreiche Moerserinnen und Moerser, um ein Zeichen gegen „Rechts“ zu setzen. Auch ich werde mich morgen an dieser wichtigen Aktion beteiligen. Zudem sind zahlreiche Institutionen und bekannten Personen mit dabei. Ich möchte alle Moerserinnen und Moerser bitten mitzumachen. Die Teilnahme ist ganz einfach: Ab 11.30 Uhr treffen wir uns vor dem Widerstandsmahnmal vor dem alten Landratsamt, Kastell. Von dort aus werden wir um „fünf vor zwölf“ eine Menschkette zum Synagogenbogen in der Dr.-Hermann-Bähr-Straße bilden. Als Zeichen für ein buntes Moers bringen die Beteiligten farbige Tücher mit.

Natürlich ist dies nur eine Geste, ein Zeichen. Aber wenn sich viele Menschen beteiligen, erfahren Extremisten, dass für sie kein Platz in unserer Stadt und in unseren Köpfen ist. Nur gemeinsam können wir ihnen den Nährboden entziehen und den „braunen Sumpf“ austrocknen. Wir werden natürlich nicht jeden rechten Querkopf überzeugen können, aber wir müssen kontinuierlich daran arbeiten. Leider gibt es auch in unserer Stadt vereinzelte Menschen, die denken, dass der extreme Weg und Gewalt die richtigen Mittel sind.

Die Aktion findet einen Tag nach dem 27. Januar statt – dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Zeitrahmen hätte nicht besser gewählt werden können. Nur wenn wir uns an die Schrecken der Vergangenheit erinnern und darüber reden, können wir diese Taten für die Zukunft verhindern. Wie man an rechten Terroranschlägen und Gewalttaten sehen kann, gibt es immer noch Leute, die diesem menschenverachtenden Gedankengut angehören.

Dies müssen wir mit allen demokratischen Mitteln und allen gesellschaftlichen Kräften bekämpfen. Deshalb sind Tage wie der morgige sehr wichtig. Den Organisatoren, Moerser Bündnis für Toleranz und Erinnern für die Zukunft e.V., möchte ich herzlich danken. Ich bitte noch einmal alle Moerserinnen und Moerser mitzumachen. Damit klar wird: „WIR SIND BUNT, NICHT BRAUN!“.

6 Kommentare

  1. Autonome Nationalisten Moers schreibt am 30. Januar 2012 um 17:31

    Braun statt bunt – Moerser Puppentheater mit Scheuklappen gegen rechts

    Gegen Rassismus und Intoleranz auf die Straße gehen, das war es, was am vergangenen Samstagmittag ein paar Hundert Menschen in Moers auf die Straße lockte. Insgesamt sollen mehr als 80 Initiatoren an der Organisation der Menschenkette beteiligt gewesen sein. Ob bei allein 80 Gruppen eine Beteiligung von 600 Menschen als Erfolg gewertet werden kann, sei dahingestellt. In jedem Fall ist es doch mehr als überheblich, in den subjektiven Medien wie der WAZ oder der Rheinischen Post: „Moers ist bunt, nicht braun“ zu deklarieren, wenn man sich vor Augen führt, dass Moers eine Einwohnerzahl von etwas über 100 000 Menschen hat. Das bedeutet, dass nur ca. jeder 170. Moerser lieber bunt statt braun ist… Geht man also durch die Fußgängerzone in Moers, so findet man unter den ersten 170 passierenden Menschen vielleicht tatsächlich jemanden, der sich seine buntheit auf die Fahne geschrieben hat.
    Aber Moers ist bunt… nicht braun…
    Natürlich ist dies eine sogenannte Milchmädchenrechnung, schließlich gibt es in Moers auch zahlreiche Rentner oder Kleinkinder, die gar nicht auf die Straße gehen konnten, doch um das ganze aus zu gleichen, ist es äußerst interessant, sich das Klientel in jener Menschenkette an zu schauen. Jeder zweite dort war unter 14 Jahre alt, viele schätzte man unter zehn, und bei komplexen Themen wie Politik, Demokratie oder Nationalsozialismus ist davon aus zu gehen, dass jene „freiwilligen Besucher“ nicht einmal wirklich wussten, warum sie dort stehen.
    Aber Moers ist bunt… nicht braun…
    Bunte Fähnchen in die Höhe halten, das macht ja wohl auch Spaß. So ist es also auch nichts ungewöhnliches, dass Eltern, Politiker und Kommunisten (ihre) Kinder für politische Aktionen instrumentalisierten, während es natürlich verrufen ist, wenn politische Organisationen vom rechten Rand der Gesellschaft ihre Propaganda auch bei Kindern einsetzen. Last but not least ist wohl davon aus zu gehen, dass sowohl die über 80 Organisationen, als auch die 600 Besucher, erfahrungsgemäß nur zu einem sehr geringen Teil wirklich aus Moers stammten.
    Aber Moers ist bunt… nicht braun…
    Dass in Moers bereits Konzerte der Band Kategorie C mit weit über 800 Teilnehmern stattfanden, ändert auch nichts mehr daran.
    Aber Moers ist bunt… nicht braun…
    Schaut man sich einmal den Hintergrund der Veranstaltung, sowie der medialen Verbreitung an, stößt man auf viele Widersprüche. Zum einen gilt als Grundvoraussetzung der Veranstaltung, dass es in Moers ein Naziproblem gibt: „Dummheit und Aggression seien der Ursprung von Krieg und Terror, sie gelte es zu bekämpfen, auf dass der braune Sumpf ausgerottet werde.“ [Hand in Hand gegen Rechts, Westdeutsche allgemeine Zeitung, 30.01.2012]. Uns jedenfalls ist von diesem Problem nichts bekannt und auch in der Klatschpresse ist seit mehreren Jahren nichts mehr von Naziübergriffen in Moers zu lesen gewesen. Die Autonomen Nationalisten Moers jedenfalls sind nicht braun, wir tragen sogar gerne schwarz. Und eine alternative Jugendgruppe als braunes Pack zu bezeichnen, das wäre mehr als nur weit her geholt.
    Genau so weit in etwa, wie dass der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim auf einem Repelener Dorffest als Folge der Moerser Intoleranz diskriminiert worden sei. Naheliegender ist die Vermutung, dass er aufgrund seiner Parteizugehörigkeit öffentlich kritisiert wurde, doch wer einen Migrationshintergrund hat und Kritik ein steckt, der wird hierzulande eben diskriminiert, und wer einen Nazistammtisch beobachtet haben will, wie Siegmund Ehrmann, der sollte sich nach dem Sandmännchen mal die Augen gewaltig ausspülen und noch einmal genauer hin sehen, dann wird er vermutlich sehr schnell erkennen, dass seine Nazis wohl eher typische Sozialversager sind, die einfach auf alles schimpfen, was ihnen gerade in den Sinn kommt, dass es wohl eher eine Folge des Alkoholkonsumes ist, dumpfe Stammtischparolen zu wälzen, aber dass man bei diesem Phänomen sicherlich nicht von politischem Aktivismus oder gar einer Vereinigung sprechen kann. Grundsätzlich sollte Ehrmann keine Probleme haben, sich in seiner Stammkneipe in diese Gruppe zu integrieren, realitätsferne Vorurteile und der Drang zu Hetzerei sind jedenfalls bereits vorhanden. Zu den Politikern auf Stimmenfang gesellten sich nun also auch noch alte 68er, die noch einmal frische Luft schnappen wollten, sowie einige übereifrige Veranstalter, die ein bisschen Werbung für ihre Organisation machen wollten. Alle brachten ihre Kinder mit, und schlussendlich geriet nur ein sehr geringer Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen von weniger als fünf Prozent in die Fänge der Kette, ein Hoffnungsschimmer am Himmel des moerser Stumpfsinnes, denn die junge Generation der Moerser ist nicht so verblendet wie vielleicht anderswo. Und irgendwann findet jede Generation seinen Ablöser.
    Ohne Grund… Hauptsache bunt…

  2. Hubert Scheizer schreibt am 30. Januar 2012 um 17:33

    Ich finde eure aktion gegen rechts echt gut, aber ich wüsste nicht, dass es in moers ein „naziproblem gibt“, und ich komme oft und gern mit anderen ins gespräch.

  3. Tanja Koopmann schreibt am 30. Januar 2012 um 20:15

    Ich glaub’s ja nicht! “ … ihre Kinder instrumentalisieren …“ Auch wir haben an der Menschenkette teilgenommen. Und wir haben unsere Tochter mitgenommen – 2 1/2 Jahre alt. Und ja, wir wollen ihr beibringen, dass bunt dem braun in jedem Falle vorzuziehen ist. Alle Eltern erziehen ihre Kindern nach bestem Wissen und Gewissen. Und das hat nichts mit instrumentalisieren zu tun.
    Ziel war die Menschenkette – das ist erreicht worden. Es waren viele Menschen dort. Und ja – ich habe erfreulich viele Jugendliche dort gesehen, die teilgenommen haben, ohne dass Erwachsene dabei waren, die sie „instrumentalisiert“ haben. Aber ebenso habe ich viele ältere Menschen erlebt. Einen dieser Leute hörte ich sagen: „Eigentlich sind Demos ja nicht so mein Ding, aber hier muss man mitmachen“ (nicht O-Ton, aber sinngemäß“.
    Und was die Stammtischparolen angeht – da kann sich der Autor des obigen Kommentars sehr gut anschließen!

  4. Anja M. García schreibt am 30. Januar 2012 um 22:10

    Solange keine friedliche Gegendemonstration von 600 „Braunen“ stattgefunden hat, bin ich der Meinung und der Hoffnung, dass Moers bunt ist und es auch bleibt.

    Ja, ich wünsche mir auch weiterhin, dass wir unsere Kinder und Kindeskinder „instrumentalisieren“, damit sie sich dieser Farbenpracht bewusst werden und sie friedlich weiterführen.

  5. Erfolgshascher schreibt am 7. Februar 2012 um 22:39

    Wie kommt der Amigo darauf, dass (Zitat) „es auch in unserer Stadt vereinzelte Menschen „gibt „, die denken, dass der extreme Weg und Gewalt die richtigen Mittel sind“ und ein brauner Sumpf auszutrocknen wäre????

    Weiß Herr Michalke davon? Denn der sagt: „Eine Stadtgesellschaft, die über 40 Jahre ein internationales, avantgardistisches Jazzfestival unterhält ist immun gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.“

    Herr Yetim ist doch in Moers häufig mit Fremdenfeindlichkeit konfrontiert worden…oder unterstellt Herr Michalke dem Amigo und Herrn Yetim die Unwahrheit zu sagen????

    Fragen über Fragen. Wer sagt die Wahrheit, wer lügt?

  6. Grüne Pflanzen schreibt am 30. April 2012 um 18:43

    Fakt ist nunmal, dass die Demokraten uns den Volkstod bringen. Eine Moschee hat auf deutschem Boden nichts zu suchen. Ihr solttet euch schämen, Deutsche zu sein. Ihr lasst euch vom Staat ausnutzen und unsere deutschen Kinder werden es sehr schwer haben unter so vielen ewigen Gästen zu leben. Ständig werden deutsche Bürger und Bürgerinnen abgezockt, erpresst und geschlagen (Siehe Meerbeck)! Als Dankeschön geht ihr noch für die ewigen Gäste auf die Straße, die euch in eurer Gegenwart als scheiß Deutsche bezeichnet. Kopffschüttel pur. Zum Glück gibt es heute noch Nationalisten, die zu ihrem Land stehen und ihren Stolz auf Deutschland noch zeigen. Jeder, der zu seiner „braunen“ Gesinnug steht, wird direkt als Nazi abgestempelt. Als bekennender Nationalist hat man in diesem Verschwörungsstaat sehr schwer, obwohl man in einer Demokratie lebt. Nur diese Demokratie, in der wir hier leben, gilt nicht für nationale Deutsche. Eure Vorfahren wären sehr entäuscht, wie ihr dieses Land in den Dreck zieht. Ohne die ganzen Ausländer hier, würde es Deutschland in ein paar tausend Jahren noch geben! Jetzt sind wir Fremde im eigenen Land!

Einen Kommentar schreiben

Schön wäre es, wenn Sie Ihre Beiträge so gestalten, dass auch die Interessen behinderter Menschen berücksichtigt werden. Wie dies geht, sagen wir Ihnen auf unserer Seite "Ihr Beitrag zur Barrierefreiheit".

Felder mit einem * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.

Kommentarformular


Teilen Sie uns bei:

.