Verändert ein Morgengruß die Welt?

Gestern, am 19.01.12, habe ich auf der Facebook-Seite der Stadt Moers einen Morgengruß an alle Moerserinnen und Moerser gerichtet. Der Gruß war verbunden mit der Bitte, doch einfach einmal zurückzugrüßen. Was ist danach passiert? Bis zum späten Abend haben viele, viele Menschen in annähernd 200 Kommentaren nette Worte an mich, unsere Fans und die Stadt gerichet. Dazu wurde rund 130-mal der „Gefällt mir“ – Button geklickt. Das ist toll und wirklich bemerkenswert!

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Aber, um auf die Frage im Titel dieses Beitrages zurückzukommen, dieser Morgengruß verändert natürlich nicht die Welt. Die Reaktionen zeigen aber, dass sich die Welt geändert hat. Wer hätte noch vor drei, vier Jahren gedacht, dass sich Bürgerinnen und Bürger auf einer Plattform namens Facebook im lockeren Ton mit der Verwaltung austauschen? Bei den Menschen in unserer Stadt (und anderswo) wäre wohl eher Skepsis angezeigt gewesen. Zu Recht?

Werfen wir doch einen kurzen Blick in die Vergangheit. Vor mehr als zehn Jahren startete die Stadt Moers mit ihrem Internetauftritt. Von Anfang an dabei: ein Gästebuch. Mit diesem seit  der letzten Neugestaltung von www.moers.de ausgedienten (manche mögen es bedauern) Angebot haben wir schon frühzeitig zumindest ein kleines Signal gesetzt: Wir möchten eure Beiträge! Schon sehr  kurze Zeit danach haben wir unser erstes Internetforum eingerichtet und damit  – wie ich meine – eine echte Erfolgsgeschichte begonnen. Die Botschaft lautete seinerzeit wie heute: Wir wollen eure Meinung hören! Und über die vielen Jahre zählen wir mehrere tausend Beiträge zu zahlreichen Themen, lesen intensive Diskussionen, hören kritische wie positive Stimmen.

An dieser Stelle wird es Zeit, den Hut zu ziehen: Bei der enormen Zahl der Beiträge wurde auch bei hitzigen Debatten kaum einmal die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Die Moerser können diskutieren! In manch anderen Städten mussten Foren schon nach kurzer Zeit geschlossen werden, weil Trolle ihr Unwesen trieben, in Moers steht die Eingriffsrate des Webmasters (= löschen oder kürzen der Beiträge)  wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen bei ca. 10 zu zigtausend! Das ist wirkich beachtlich.

Wegen dieser Erfahrungen waren die nächsten Schritte in Richtung Bürgerbeteiligung natürlich leicht gemacht: Bürgermeisterblog (heute heißt es  Verwaltungsblog) und Bürger-Chat (ja ich weiß: wir haben lange Pause gemacht, aber bald geht es weiter!) waren nur die Zwischenstationen auf der Reise in die große und bunte Welt des Web 2.0.

Über Facebook, Twitter, YouTube und Co. fangen wir seit  nunmehr über zwei Jahren weitere Stimmen und Stimmungen ein. Hier verbreiten wir Nachrichten, Bilder und Videos an Orten, wo die Menschen sind – allein bei Facebook sind über 25.000 Moerserinnen und Moerser unterwegs. Unser Ziel ist es, mit möglichst vielen von ihnen in den Austausch zu treten. Neben all den Meldungen über Baumaßnahmen, Events, Kultur, Verwaltung, Erdbeben und so weiter erlauben wir uns dann auch einmal einen einfachen Morgengruß. Es ist schön zu wissen, dass er nicht nur ankommt, sondern auch erwidert wird

4 Kommentare

  1. Marc Groß schreibt am 20. Januar 2012 um 16:35

    Glückwunsch! Super Aktion, die plastisch zeigt, wie dynamisch es im Web zugeht und wie Social Media funktioniert. Vielleicht schaut sich der ein oder andere was ab.

  2. Nico Schwennecker schreibt am 20. Januar 2012 um 23:55

    Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen! Prima Sache! Ähnlich gut wurde die Facebook-Präsenz der Stadt Hamm auch angenommen. Hier werden zwar eher aktuelle News aus Verwaltung und Politik veröffentlicht statt Morgengrüße…dennoch erfreuen sich diese Postings großer Resonanz, sowohl positiver als auch kritischer Natur. Für mich ein tolles Instrument der Teilhabe!!!

  3. Renate Mitterhuber schreibt am 21. Januar 2012 um 16:29

    Kompliment! Während andere aus Datenschutzgründen abschalten, setzt Ihr Eure gute Arbeit fort.

  4. Bürger schreibt am 24. November 2012 um 23:44

    Wie schön!

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