Immer nur lächeln?

Dass ich derzeit nicht jeden Tag fröhlich durchs Rathaus laufe, können Sie sich sicher vorstellen. Ja, der äußere Schein trügt nicht: Die Medienberichte der letzten Tage haben mich getroffen. Doch wer annimmt, dass dies so ist, weil ich mich ertappt oder überführt fühle, der irrt gewaltig. Getroffen haben mich vielmehr das Misstrauen, das mir derzeit entgegengebracht wird, und der Umstand, dass 6 Jahre intensive Arbeit auf einmal in Frage gestellt werden.

Um was geht es mittlerweile eigentlich? Diese Frage wurde mir beispielsweise in einem Kommentar zu meinem letzten Blog gestellt. Geht es wirklich noch um eine Spende von 1.000 Euro, von der ich nichts wusste und die derzeit kein Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen ist?Ich bin um Aufklärung des Sachverhaltes gebeten worden und habe dies nach bestem Wissen (soweit das nach 4 Jahren noch möglich ist) getan. Jetzt konzentriert sich noch einmal alles auf die Schließung des Sportzentrums Rheinkamp. Um es vorweg zu sagen: Ich würde heute genauso handeln wie damals.

Als sich das Problem um das Sportzentrum zuspitzte und Gefahr im Verzug bestand, musste ich handeln. Kurz zuvor war ein ähnliches Bauwerk in Bad Reichenhall eingestürzt. 15 Menschen sind dabei zu Tode gekommen. Im Fall Rheinkamp brauchte ich eine unabhängige Klärung. Diese Klarheit habe ich von einer renommierten Anwaltskanzlei erhalten.

Wer mich etwas näher kennt, der weiß, dass ich kein leichtfertiger Mensch bin. Das galt in meinem früheren Beruf als Markscheider, und das gilt auch als Bürgermeister. Abschließend möchte ich nach den Diskussionen der letzten Wochen klarstellen, dass ich alles, was ich tue oder bisher getan habe, mit reinem Gewissen vor meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, meiner Familie und mir selbst verantworten kann.

5 Kommentare und 6 Trackbacks/Pingbacks

  1. Bernd schreibt am 28. Mai 2011 um 23:24

    Ich stehe ja eher auf Grün (wer zurzeit auch nicht?), aber eines muss ich hier mal loswerden. Es gibt doch kaum öffentliche Reaktionen seitens der Bürger auf diese Angelegenheit – hier im Blog nicht und auch sonst nehme ich zumindest kaum etwas wahr. Warum ist das so?

    Vielleicht, weil sich niemand wundert, dass man Gutachten lieber in die Hände derer gibt, die einem persönlich/politisch/inhaltlich näher stehen? Oder dass man das Ergebnis eines Gutachtens gleich mitbestellt? Auf allen Ebenen, in allen Parteien und in der Wirtschaft doch eine Selbstverständlichkeit.

    Aber gut, die Lokalpolitiker der anderen Parteien fassen weiter nach. Das ist wohl auch das berechtigte Interesse der Opposition. Allerdings: auf der einen Seite sprechen Vertreter einer Partei, die heute sicher noch glauben machen mag, dass Herr Guttenberg unwissentlich ein bisschen abgeschrieben hat und insgeheim hofft, das der Plagiator nach einer Pause und eines allgemein-kollektiven Vergessens wieder die politische Bühne betritt. Auf der anderen Seite der FBG-Dominator, der einen doch recht bürgernahen und eher unaffektierten Bürgermeister als Sonnenkönig darstellt.

    Die Presse springt natürlich auch auf diese Sache und schreibt Amigo in die Provinz. Naja, die Zeit der Schützenfeste ist ja noch nicht gekommen.

    Laut WAZ hat Herr Ballhaus jetzt gewisse Fehler eingeräumt, ein noch deutlicheres Wort wird gefordert. Das riecht ein wenig wie das Licht am Horizont und lässt eines durchscheinen: Es geht zumindest dieser Zeitung nicht mehr um eine rechtliche, sondern „nur“ noch eine menschliche Verantwortung. Das kann man als Ottormalbürger dann auch noch verstehen.

  2. gestriger schreibt am 7. Juni 2011 um 15:03

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
    eigentlich habe den Offenen Brief zur Spendenaffäre gesucht, den es nach Medienberichten irgendwo geben muss. Aber Fehlanzeige. Dafür fand ich hier den Einsturz der Eislaufhalle in Bad Reichenhall mit 15 Toten als Begründung für die Notwendigkeit einer unabhängigen Klärung für die Schließung des Rheinkamper Bades. Das für die Schließung des Bades ein unabhängiges Gutachten erforderlich war ist neu. Darüber war damals nichts bekannt. Bekannt war die Absicht der Bauaufsicht das Bad wegen der Untätigkeit bei der Sanierung zu schließen und Ihre Absicht das Bad nicht zu sanieren, sondern abzureißen. Insofern hat man den Eindruck, dass der Einsturz der Eislaufhalle Bad Reichenhall, der auch sachlich nichts mit dem Bad Rheinkamp zu tun hat, ein jetzt nachgeschobenes Argument ist.

  3. gestriger schreibt am 9. Juni 2011 um 12:22

    Lieber Bernd,
    für unsere Beiträge hat sich der Bürgermeister nicht bedankt, wie bei Tina für ihren Beitrag in „Handeln für Moers“. Woran kann das nur liegen?

  4. Bernd schreibt am 9. Juni 2011 um 23:51

    Hallo gestriger,

    keine Ahnung, ist aber auch nicht so tragisch. Tragischer finde ich eher, dass jetzt alle den Rücktritt fordern. Können sie ja machen, ich frage mich nur, warum erst jetzt? Kein Erkenntnisgewinn der letzten Tage erklärt diesen Sinneswandel. Besonders irritierend: erst fordern alle ganz wild, Herr Ballhaus solle endlich Fehler eingestehen, dann macht er es und schon schreien alle „Ein Bürgermeister, der Fehler macht, soll gefälligst zurücktreten!“. Das riecht alles ein bisschen nach einer Provinzposse, zumal der Normalbürger wahrscheinlich immer noch nicht verstanden haben dürfte, worin eigentlich die Rücktrittsschwere der Fehler gelegen haben könnte.

    Außerdem: Wenn alle Menschen für jeden ihrer Fehler zurücktreten müssten, oh Mann, wir hätten wohl eine ewige Rotation in politischen Ämtern!

  5. Norbert Ballhaus schreibt am 16. Juni 2011 um 12:22

    Lieber Bernd, lieber gestriger,

    selbstverständlich danke ich auch für diese beiden Einträge. Der offene Brief stand einige Tage auf der Startseite und ist jetzt hier zu finden: http://goo.gl/I0woz

    Freundliche Grüße

    Norbert Ballhaus

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