Kein neues Einkaufszentrum in Moers: Und jetzt?

Fassungs- und Ratlosigkeit, Frust und Schockstarre – gibt es bei mir nicht! Natürlich bin ich nicht gerade erfreut über die Tatsache, dass sich der Investor für die geplanten „Königlichen Höfe“ (MAB) zurückzieht. Nachvollziehbar, denn meine Mitarbeiter aus den beteiligten Fachbereichen und ich selbst haben viel für das Gelingen dieses Großprojekts getan. Selbst die schwierigen Vertragsverhandlungen waren auf einem sehr guten Weg. Dass dieser Vertrag zwischen Stadt und MAB wegen eines Grundstückseigentümers doch nicht zustande kommt, ist deshalb sehr bedauerlich.

Und jetzt hole ich „Plan B“ aus der Schublade! Auch das passiert nicht! Es gibt keinen „Plan B“. Natürlich habe ich mir in der langen Planungs- und Verhandlungszeit oft die Frage gestellt, wie es bei einem Scheitern weitergehen könnte. Nach dem zunächst guten Verlauf habe ich daran aber keine Gedanken verschwendet. Da ich auch erst zwei Tage vor der Ratssitzung wusste, dass MAB einen Rückzieher macht, setzten diese Überlegungen natürlich schnell wieder ein.

Für mich ist aber eines klar: Wir haben in den letzten Jahren nach Ratsbeschlüssen große Lösungen angestrebt – und sind gescheitert. Jetzt waren fast alle auf der „Liste“. Ich sehe keine Großinvestoren mehr, denen wir das Projekt anbieten können. Wir müssen deshalb unsere Sichtweise ändern und diejenigen befragen, die über Eigentum am Königlichen Hof verfügen. Welche Vorstellungen haben diese Eigentümer? Welche Vorstellungen hat z.B. der Einzelhandelsverband? Sind alle mit dem aktuellen Zustand – leerstehendes Postgebäude, verfallendes Parkhaus, missratener Städtebau – zufrieden, dann müssen wir das akzeptieren. Wenn nicht, dann werden wir gemeinsam Lösungen finden.

Erst wenn die Situation genau analysiert ist, können wir neu planen. Ich möchte bald einen Projektbeauftragten benennen. Anfang 2011 soll es dann erste Gespräche geben – und hoffentlich schon bald eine Perspektive.

3 Kommentare

  1. Marcus Koopmann schreibt am 10. Dezember 2010 um 13:40

    Sehr geehrter Herr Ballhaus,

    ich kann nicht wirklich verstehen, warum Sie keine, zumindest skizzenhaften, Alternativpläne für das jetzt eingetretene Szenario des Rückzuges von MAB entwickelt haben. Jedem, der das Hin und Her zwischen Stadt/MAB und dem Eigentümer verfolgt hat war klar, dass ein Scheitern der Verhandlungen zumindest im Bereich des durchaus Möglichen lag.

    Warum muss erst ein Projekt mit einem derart aufwendigen (und damit teurem) Planungsbedarf scheitern, damit jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, die Eigentümer der Grundstücke am Kö und der Einzelhandelsverband befragt werden? Eine Analyse der Situation wird doch auch für MAB notwendig gewesen sein?

    Mit freundlichen Grüßen
    MArcus Koopmann

  2. Norbert Ballhaus schreibt am 10. Dezember 2010 um 17:22

    Sehr geehrter Herr Koopmann,

    mit MAB hatten wir nun nach ECE, mfi und OMD den vierten großen Investor in Moers. Alle haben sich zurückgezogen, weil sie trotz ernsthafter Bemühungen keine Lösung erreicht haben. Vom Rat der Stadt war immer diese große Lösung gewünscht. Somit haben wir die Geschicke in die Hände der Investoren legen (müssen). Nun wollen wir als Verwaltung die Initiative ergreifen. Unser Ziel ist, von jedem Einzelnen zu erfahren, was er wünscht, um den evtl. endlich den Knoten gemeinsam zu durchschlagen. Eine Entwicklung ist hier dingend notwendig – auch ohne zusätzliche 15.000 m² Verkaufsfläche.

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Ballhaus

  3. Julia Franken schreibt am 21. Februar 2011 um 16:02

    Hallo Herr Ballhaus,

    ich bin vor Kurzem aus der Großstadt nach Moers gezogen. Leider bin ich durch meine frühreren Wohnsitze in modebewussten Städten verwöhnt, aber in Moers kann und will ich keine Mode einkaufen, da die Innenstadtgeschäfte (Mode) sehr öde sind. Ein Einkaufszentrum wäre eine Belebung gewesen und ist in anderen Städten (Ddorf, Essen, Duisburg etc) auch realisiert worden. In Moers scheint dies nicht möglich zu sein. Ich jedenfalls werden mein Geld weiterhin in die Nachbarstädte tragen. Mich als Einwohner interessiert weder, warum das Einkaufszentrum nicht realisiert werden konnte, noch, wer Investoren waren, sondern nur, dass es nicht geklappt hat. Dabei ist der obere Teil der Innenstadt schon katastrophal genug mit seinen Billig-Lädchen.
    Damit verliert Moers gegenüber den umliegenden Großstädten, die dann mein Geld einstreichen. Sehr schade für Moers.

    Viele Grüße
    Julia Franken

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