Moers bekämpft rechte Spinnereien

Erfreut und erschrocken zugleich war ich am vergangenen Montag, 15. November. Um mit dem positiven Aspekt anzufangen: An dem Tag fand der 2. Jugendkongress „Moers ist bunt“ im Jugendkulturzentrum Bollwerk107 statt. Die Veranstaltung war ein Beitrag zum „Moerser Signal“ – ein Maßnahmenbündel unter dem Motto „Moers gegen rechts“. Dies ist aus einem Auftrag der Politik entstanden. Mehrere Fraktionen des Stadtrates hatten die Verwaltung beauftragt, ein nachhaltig wirkendes kommunales Konzept gegen Rechtsextremismus zu entwickeln.

Durch die Begleitung von Jugendlichen konnten einige Angebote realisiert werden – mit großem Erfolg! Fast 200 junge Menschen haben auch an der Veranstaltung und den Workshops am Montag teilgenommen. Zu Gast waren zudem NRW-Innenminister Ralf Jäger und der Moerser Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim. Wie bei den Angeboten zuvor waren die Jugendlichen sehr engagiert dabei. Das ist für mich erneut ein gutes Zeichen, dass braunes Gedankengut keinen Nährboden in Moers findet. Bei den wenigen Versuchen, hier Fuß zu fassen, haben sich die Moerser gemeinsam gegen die Extremisten gestellt. Auch wenn wir in der Grafenstadt keine Probleme mit dem Thema haben, so müssen wir doch unbedingt vorbauen. Nur so können wir gewährleisten, dass Moers auch in Zukunft Rechten keine Chancen bietet.

Damit bin ich auch bei dem Schrecken, den ich auf der Veranstaltung erlebt habe. Dr. Thomas Pfeiffer vom Verfassungsschutz NRW hat ein Kurzreferat über das Thema „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ gehalten. Dadurch konnte ich viel Neues über die perfiden Methoden der Rechten erfahren. Sie versuchen, durch neue Medien, Musik und vorgetäuschter Freundlichkeit junge Leute zu ködern. Unter dem Deckmantel etwas für Freiheit und unser Land zu tun, wird rassistisches und antidemokratisches Gedankengut verbreitet. Das Bild von den gewaltbereiten „Glatzen“ Springerstiefeln und Bomberjacke stimmt so nicht mehr. Die jungen Rechten kleiden sich mittlerweile mit Versatzstücken aus anderen Jugendkulturen ganz anders. Auch die Gewaltbereitschaft hat leider noch mehr zugenommen. Ein Signal für mich, dass wir weiter am Ball bleiben müssen. Und das sage nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Vater.

Der Kongress war in diesem Jahr der Abschluss aller Bausteine. Doch es geht weiter in Moers: Der Rat der Stadt hatte für die Maßnahmen für 2010 15.000 Euro zur Verfügung gestellt. Viele der Projekte konnten durch Eigeninitiative und Kostenbewusstsein mit relativ geringen Mitteln umgesetzt werden. Im Endeffekt bedeutet dies, dass noch nicht alle Gelder verausgabt sind. Wir haben beschlossen, die Mittel für weitere Projekte zur Verfügung zu stellen. Somit können wir der bisherigen Arbeit eine weitere Perspektive geben. Auch künftig wird Moers gegen rechts einstehen!

1 Kommentar

  1. Pascal schreibt am 24. November 2010 um 21:08

    Tolle Aktion! Schön ist auch, dass sich das Bollwerk immer mehr zu einem echten Highlight (nicht nur) der Jugendkultur mausert. In jeder Hinsicht: weiter so!

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