Moers wird immer fairer

Eine sehr interessante Veranstaltung konnte ich am Dienstag, 7. September, erleben. Auf Einladung des Nachhaltigkeitsbeirates und der Organisation „Eine Welt Netz NRW“ fand im Bollwerk 107 der Workshop „Sozial gerechte Beschaffung – so geht es!“ statt. Barbara Meißner, Hauptreferentin beim Deutschen Städtetag, zeigte die Möglichkeiten und Fallstricke bei „fairen“ Beschaffungen und Ausschreibungen auf. Durch „faire“ Ausschreibungen lassen sich beispielsweise ausbeuterische Kinderarbeit, Bezahlung unter Tarif und Verletzung von Arbeitsrechten vermeiden.

Man kann natürlich diese Haltung als Kommune haben: „Was geht mich das an? Ich muss doch nur rechtlichen Rahmenbedingungen wie die Vergabeordnung beachten.“ Aber staatliche Institutionen tragen hier eine hohe Verantwortung. Gerade bei den Summen, die in Deutschland jährlich beauftragt werden: Rund 360 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand für Sachwerte und Dienstleistungen aus. Bei solchen Beträgen können Anbieter sehr gut positiv beeinflusst werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn viele mitmachen.

Das Thema fairer Handel ist mir persönlich ein ganz besonderes Anliegen. Ich habe vor einigen Wochen eine Dokumentation über Kinderarbeit in einem indischen Steinbruch gesehen. Dass in diese Art von Geschäften auch deutsche Gelder fließen, kann ich nicht hinnehmen. Die Kinder zahlen für unseren gesparten Euro einen hohen Preis: Dauerhafte Schäden, Behinderungen und Arbeitsunfälle sind dort die Regel. Aus diesem Grund hat sich die Stadt Moers auch der Magna Charta im Rahmen der RUHR.2010 angeschlossen. Sie soll ausbeuterische Kinderarbeit bei beauftragten Produkten verhindern. Ziel ist, dass alle RUHR.2010-Kommunen mitmachen. Wie mir mitgeteilt wurde, fehlen nicht mehr viele Mitstreiter.

Nach dem Ratsbeschluss vom März diesen Jahres zur Einführung von Sozialkriterien und verschiedener gesetzlicher Änderungen, passt auch die Stadt Moers zurzeit ihre Vergabeordnung an. Damit können wir ein Stück sicherer sein, dass aus Steuergeldern kein „Blutgeld“ wird. Ich hoffe, dass viele Kommunen und öffentliche Auftraggeber ähnlich denken – und vor allem handeln.

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