NIAG erhalten – gute Standards für Bürger sichern

In den letzten Tagen bestimmt hier in Moers ein Thema die öffentliche Diskussion – leider ist es ein nicht so positives. Das Unternehmen Rhenus Veniro, das 51 Prozent NIAG-Anteile besitzt, will sich von Mitarbeitern trennen. „Angst um Jobs belastet die Mitarbeiter“ und „Bei der NIAG herrscht Angst vor Ausschlachtung“ lauten die Schlagzeilen.

Alles nur ein Sommerloch-Thema? Nein, gewiss nicht! Bei den Verkehrsbetrieben Minden-Ravensberg (VMR) hat´s ähnlich angefangen. Seit Ende Juni steht fest: Das Unternehmen wird zum 30. Juni 2011 „stillgelegt". (Paukenschlag_VMR_wird_zum_30._Juni_2011) Der Gesellschafter heißt: Rhenus Veniro…

Es geht um Arbeitsplätze von Menschen, die zum Teil seit Jahrzehnten bei der NIAG beschäftigt sind. Der GAU ist aber nicht nur die Angst vor dem Jobverlust. Ein weiteres Problem ist eine drohende neue Ausschreibung für die Leistungen des ÖPNV. Falls es diese gibt, wäre es beispielsweise möglich, dass ein „Billiganbieter“ den Zuschlag erhält. Die NIAG-Standards könnten möglicherweise künftig nicht mehr angeboten werden. Ob das Ganze für den Kreis und somit für unsere Stadt günstiger wird, darf zudem bezweifelt werden.

Ich habe bereits mit Landrat Dr. Ansgar Müller über dieses Thema gesprochen. Und unsere Haltung ist dieselbe: Wir werden ein waches Auge auf die weiteren Entwicklungen haben. Noch ist unklar, ob die Pläne überhaupt zum Tragen kommen. Die Befürchtungen sind allerdings nicht ganz unberechtigt.

Auf einer Betriebsversammlung am Mittwoch wurde bekannt, dass es um bis zu 33 Arbeitsplätze geht. Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen werden. Aber was heißt das schon, wenn man am Ende dann doch auch über eine Schließung nachdenkt. Wir werden wachsam bleiben!

13 Kommentare

  1. Chris schreibt am 9. Juli 2010 um 13:39

    Schön, wäre es, wenn Sie Ihre Internetseite so gestalten, dass auch die Interessen von Menschen berücksichtigt werden, die sich einzelne Blogeinträge ausdrucken wollen, ohne ganze Seiten mit unnötigen Navigationselementen vollzumüllen.

  2. Fritz schreibt am 9. Juli 2010 um 14:00

    Natürlich ist diese Nachricht für die betroffenen Mitarbeiter nicht gerade angenehm. Aber fragen wír uns als Steuerzahler doch mal Eines: wenn 33 Mitarbeiter überzählig sind, für was haben wir denn unsere Steuergelder jahrelang ausgegeben? dafür, dass 33 Stellen ohne nennenswerten Output durchfinanziert wurden? Danke, liebe Politiker für dieses Versagen in den Jahren, bevor die Privatwirtschaft mit ins Boot geholt wurde!

  3. Peter schreibt am 9. Juli 2010 um 14:20

    @Fritz: So wie ich das sehe, sind die Mitarbeiter nicht „überzählig“, sondern sie sollen durch „billigere“ ersetzt werden – ohne Tarifvertrag. Außerdem sieht das so aus, als wäre das das Anfang vom Ende. Das genannte Beispiel ist jedenfalls mehr als ein Warnzeichen…

  4. baumanndo schreibt am 9. Juli 2010 um 19:01

    Da muss ich Peter recht geben.
    Rhenus versucht die NIAG runter zu wirtschaften.
    Und das kann doch nicht angehen, dass man das auf dem rücken anderer Mitarbeiter macht.

    Seitdem z.B. Rhenus mit drin ist werden die Busse von der NIAG nur noch kaum gewartet, weswegen öfters die Busse ausfallen.
    Im Winter ist ein Bus von der NIAG liegengeblieben, weil der Kühler eingefroren war(wie kann das?).
    Die Busse werden nicht mehr richtig sauber gemacht.
    Alles wegen Rhenus.

    @Fritz:
    Die 33 Mitarbeiter sind keineswegs überzählig.
    BHei der NIAG wird jeder gebraucht, z.B. wenn bei der NIAG zu viele Fahrer Krank sind dann müssen auch die Leute in den Büros die einen Busführerschein haben ans Steuer und fahren.
    Und bedenke auch das die NIAG nicht nur in Moers fährt sondern auch in Wesel und Kleve.
    In Moers ist halt der Hauptsitz von Moers werden auch die Fahrpläne für Wesel und Kleve geplant und erstellt.
    Bei so einem großen Unternehmen kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand überzählig ist.

  5. Fritz schreibt am 10. Juli 2010 um 10:25

    Wie ihr meint – ein durschnittlich gut geführtes Unternehmen dürfte auf jeden Fall nicht auf mehr als 11% Mitarbeiter im Overhead (incl Disponenten, Lagermitarbeiter etc etc) kommen – und davon ist die NIAG noch so weit entfernt, wie die Sonne von der Erde…. Soweit nun mal die branchenüblichen Benchmarks!

  6. Plattkopp schreibt am 11. Juli 2010 um 19:32

    Die Mitarbeiter, die entlassen werden soll, werden durch Mitarbeiter von Rhenus aus Mainz ersetzt.
    So wird nach dem Heuschreckenprinzip der Rest der Belegschaft erledigt.
    Steuergelder für „überzählige“ Mitarbeiter. Man oh Man, wenn man nicht betroffen ist hat man leicht reden.
    Steuergelder für Arbeitslosengeldzahlungen an Mitarbeiter die in ihrem Alter keinen Job mehr bekommen ist doch viel wirtschaftlichr.
    Leute die hier keine aber auch keine Ahnung davon haben sollten lieber nur lesen und nicht schreiben.
    Durch wegsehen und hinnehmen kommt sowas zu Stande.
    Die NIAG wird seit Onkel Rethmann nur noch abgewirtschaftet, für 25 Millionen Euro hat man sich jemanden engagiert, um die Niag per Lohndumping zu verschlanken.
    Die, die engagiert haben heißen Politiker und stehen „nachher“ als Wohltäter da, wenn sie die Niag wieder übernehmen. Dann aber hat Herr Rethmann das geforderte Ziel erreicht.
    Können wir nicht jemanden engagieren der Politiker absägt.
    Nee, dafür haben sie selbst durch „Unkündbarkeit“ vorgesorgt.

  7. Webmaster schreibt am 12. Juli 2010 um 09:22

    @Chris Vielen Dank für die Anregung. Wir haben die Seite nun so gestaltet, dass die Blog-Beiträge mit gegebenenfalls vorhanden Kommentaren ohne Navigationselemente ausgedruckt werden können.

    Beste Grüße
    Webmaster

  8. Fritz schreibt am 12. Juli 2010 um 13:39

    Manchmal hilft es ja, sich zu informieren! Die Mitarbeiter in Mainz sind ja jetzt auch schon da – es muss mir mal jemand erklären, wie man da von „ersetzen“ reden kann?! Oder löst sich Rhenus Veniro dann einfach so auf, hat gar keine Mitarbeiter mehr, nur um frei gewordenen Stellen wieder zu besetzen? Genau, so ist es ganz bestimmt….. Macht ja jede Firma so…. Puuh – wenn man sowas liest, dann macht einem die Hitze ausnahmsweise mal weniger Probleme…..

  9. Plattkopp schreibt am 12. Juli 2010 um 18:55

    Ok, ist vielleicht falsch rübergekommen.
    Rhenus übernimmt (ob vor Ort oder von Mainz aus) die kompletten Verwaltungstätigkeiten, nach und nach.
    Also wird doch das Personal durch andere ersetzt, wenn auch nur die Tätigkeit übernommen wird.
    Wie das im Einzelnen geregelt wird, das wird Rhenus schon machen. Deshalb waren die Mitarbeiter aber nicht überzählig. Das aus der „privaten Behörde“ NIAG der Eine oder Anderen nicht hundert Prozent ausgelastet sein mag, ist auch mir klar. Das haben aber nicht die Mitarbeiter zu verantworten. Die, die diese Sachen zu verantworten haben sind mit großer Wahrscheinlichkeit raus aus dem Schneider. Da ist es unerheblich wo das Geld her kommt, dann geben wir es doch lieber für Mitarbeiter aus als für halsabschneidende Entscheidungsträger. Die haben mindstens 25 Millionen bekommen. Wie lange arbeiten dafür die zur Debatte stehenden Mitarbeiter. Wir zeigen viel zu viel mit unseren Fingern auf Gleichgesinnte, hauptsache wir selber bleiben verschont……………

  10. Fritz schreibt am 13. Juli 2010 um 10:36

    Eine Umfrage unter 300 Kommunen (Ernest+Young Unternehmensberartung – also nicht „niemand“) hat ergeben, daß diese lieber an der Alten/Jugendbetreuung sparen (Platz 2 nach der Straßenbeleuchtung) als am ÖPNV einige Plätze weiter hinten. Was soll das? Lieber den ÖPNV so unwirtschaftlich kommunal weiter betreiben und dann in einer alternden Gesellschaft bei den Alten sparen? Ist das wirklich der Wunsch aller Blogger? Oder doch lieber den ÖPNV straff organisieren, DAUERHAFT die kommunalen Kassen entlasten und wenn man dann selber alt ist (kommt ganz sicher auf alle zu) von der Altenbetreuung profitieren? Noch mal ganz klar: die Euros für den betriebswirtschaftlich schlecht kommunal gemanagten ÖPNV kommen aus der gleichen Kasse, wie die Altenbetreuung! Man kann aber jeden Euro nur 1x ausgeben!

  11. Peter schreibt am 13. Juli 2010 um 11:48

    Ich finde, der Bürgermeister hat einen interessanten Link gepostet. Da kann ich nichts „straffes“ und „wirtschaftliches“ erkennen. Das Motto war wohl eher „Filetstücke rausnehmen und Scherben hinterlassen“. Bei der NIAG bedeutet das: Hafen nehmen und ÖPNV wieder abstoßen. Da hilft noch nicht einmal Ernie & Bert äh, Ernest & Young.

  12. Andreas schreibt am 14. Juli 2010 um 11:22

    Bei der NIAG sind früher in der Tat Fehler gemacht worden. Natürlich ist die Verwaltung teilweise (!) aufgebläht gewesen. Man muss allerdings dazu sagen, dass die NIAG in den Jahren vor dem Verkauf bereits auf einem guten Weg war. Es sind ja bereits Mitarbeiter abgebaut worden – allerdings sozialverträglich.
    Die NIAG war früher eben klassischer öffentlicher Dienst, so wie alle anderen kommunalen Verkehrsbetriebe in Deutschland auch. Natürlich gab es Behördenstrukturen. Kann man das irgend jemandem zum Vorwurf machen? Eher nicht.
    Hat es betriebswirtschaftliche Fehlentscheidungen gegeben? Sicherlich. Darüber werde ich mich aber nicht auslassen, denn Fehlentscheidungen kommen in jedem Unternehmen ständig vor.
    Über die kommunikativen und integrativen Fähigkeiten des ehemaligen Alleinvorstands Kinzel kann man durchaus geteilter Meinung sein. Das hat ja dann auch maßgeblich zur Verkaufsentscheidung durch die damalige CDU-/FDP-Kreistagsmehrheit geführt. Seine fachlichen Qualitäten kann aber niemand ernsthaft in Zweifel ziehen, und die NIAG war kein schlecht gemanagtes Unternehmen.
    Das ist sie erst durch Rhenus Veniro geworden: Ziel der Familie Rethmann war es von Anfang an, die gewinnbringende Logistiksparte (Eisenbahn und Hafen Orsoy) aus der NIAG herauszulösen und der Rhenus zuzuschlagen. Bei der dann verlustbringenden Rest-NIAG hätte man unter Verweis auf die schlechten Zahlen die Axt anlegen und dies auch noch rechtfertigen können.
    Ich kann vor dem, was kommt, nur warnen: Das Ziel einer Zerschlagung der NIAG besteht nach wie vor. Die Qualität der Leistungserbringung im Busbereich hat scheinbar schon abgenommen, und sie wird weiter abnehmen. Wie soll, bitteschön, ein Billiglohn-Busfahrer, der kaum seine Familie ernähren kann, motiviert und freundlich seine Arbeit verrichten?
    Es ist ja nun nicht so, als ob im öffentlichen Dienst Spitzengehälter gezahlt würden. Die NIAG-Mitarbeiter hatten schon mit der Einführung des Tarifvertrages für Nahverkehrsunternehmen deutliche Lohnkürzungen hinzunehmen. Wo soll das Ganze denn enden?
    Und mit einem Hirngespinst muss auch aufgeräumt werden: Dass man in einer flächig strukturierten Region (Eine solche ist der Niederrhein nun einmal) den Busverkehr in der heutigen Form kostendeckend oder sogar gewinnbringend durchführen kann. Das geht nur mit drastischen Leistungskürzungen. Wollen die Bürger vor Ort, dass künftig nur noch dreimal am Tag (Samstags und sonntags aber nicht) ein Bus fährt? Wohl kaum.
    Für den Kreis Wesel könnte die Sache so leicht sein: Wenn der unselige Konsortialvertrag mit Rhenus ausläuft einfach die verkauften Anteile an den NIAG-Aktien zurückkaufen. Das ist risikolos, denn die NIAG hat schon im zweiten Jahr nach der Aktienübernahme einen Gewinn ausgewiesen.
    Die Mitarbeiter könnten wieder ruhig schlafen, und das ÖPNV-Angebot würde im Sinne der Bürgerinnen und Bürger abgewickelt.
    Die 25 Millionen €, die man der Familie Rethmann in den Rachen geworfen hat, wären vielleicht verloren. Viel mehr aber wäre gewonnen.

  13. Hans Wurst schreibt am 21. Juli 2010 um 10:15

    Nun ja, da die NIAG (als Gesamtunternehmen mit 3 Töchtern, für die die Verwaltung ja mitarbeitet) über 670 Mitarbeiter hat, kommt man auf gut unter 10% Overhead! Für ein branchenübliches Unternehmen schon nicht schlecht, oder?
    Was ist eigentlich ein ‚branchenübliches‘ Unternehmen?
    Busverkehr? Eisenbahn? Hafen? Reisebüros? LKW-Verkehr (bei einer Tochter)? Verwaltungsaufgaben für das Kommunale Wasserwerk? Vier Unternehmen mit 4 verschiedenen Tarifverträgen. Das alles hat die NIAG zu bieten. Nun ja, wenn das ‚branchenüblich‘ ist…
    Was ist eigentlich mit den Mitarbeitern, die zur Zeit bei Rhenus ‚bschäftigt‘ sind und billig die Arbeit der NIAG-Mitarbeier übernehmen sollen? Haben die gerade nix zu tun? Oder kommen die dann von den VMR?
    Das macht wirklich Sinn: Ich gründe ein neues Unternehmen, stelle billige Mitarbeiter ein, mache ein anderes Unternehmen platt und meine billigen Mitarbeiter übernehmen. Die alten Mitarbeiter werden arbeitslos und müssen dann Stellen in einem neugegründeten Unternehmen zu Billiglöhnen annhemen. So ziehen wir das dann in ganz Deutschland durch und kommen unter den von ver.di geforderten Mindestlohn von 7,50 € (für alle in Deutschland)!. Cool! Geiz ist geil!
    Gott sei dank, gibt es in Deutschland noch Menschen mit Anstand, sozialem Gewissen und Realitätssinn, die nicht nur auf Gewinnmaximierung getrimmt sind…
    Also, ich denke auch, die NIAG war schon weit vor Rhenus auf dem richtigen Weg und hat (im Verwaltungsbereich) deutlich Personal abgebaut. Zudem haben die Mitarbeiter durch den TV-N NW deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.
    Die Politiker sollten ihrer Verantwortung für die Bürger bewusst werden und handeln statt zu reden und zu schreiben.
    Arbeitslose kosten nur, Mitarbeiter kosten auch Steuergelder, zahlen aber auch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

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