Des Bürgermeisters Hausaufgaben

Es war so etwas wie ein Reflex. Auch wenn die Reaktionszeit überraschend lange war. Nachdem ich deutlich gemacht habe, dass wir wegen der prekären Finanzlage künftig alle Investitionsmaßnahmen auf den Prüfstand stellen müssen – unter anderem teure Vorplanungen für eine Tiefgarage am Neuen Wall -, wurden einige Tage später Forderungen nach einem Personalabbau in der Verwaltung laut. Der Städte- und Gemeindebund hätte festgestellt, dass wir viel zu viel Personal haben. Der Bürgermeister solle erst einmal seine Hausaufgaben machen.

Zum einen handelt es sich um die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA). Zum anderen haben diejenigen, die diese Forderung formuliert haben, den ihnen bekannten GPA-Bericht nicht richtig gelesen. Die empfohlenen Einsparungen für die Jahre 2005 bis 2010 liegen bei 100 Stellen. Davon entfielen 46 auf die Kernverwaltung. 44,5 Stellen werden wir erreichen. Die Quote liegt also bei 96,7 Prozent der Empfehlung. Die Zahl der Stellen in der Kernverwaltung ist in den letzten fünf Jahren insgesamt von 1.014,5 auf 819 gesunken. Ein Teil ist in andere Betriebe überführt worden.

Um es ganz deutlich zu sagen: Für mich – als Chef der Verwaltung – ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht! Ständig kommen in vielen Fachbereichen neue Aufgaben hinzu, ohne dass andere wegfallen. Auch die Anforderungen der Politik werden nicht geringer. „Arbeitsverdichtung“ nennt man dieses „Phänomen“. Wie sollen wir – um nur zwei Beispiele zu nennen – die Sanierung von Spielplätzen und Straßen planen, wenn wir keine Ingenieure dafür haben? Die Vergabe an Büros belastet den Haushalt der Stadt deutlich mehr.

Durch die neue Verwaltungsstruktur (seit Anfang 2008) konnten wir bereits einige positive Effekte erzielen. Wir haben die Verwaltung verschlankt, Abläufe vereinfacht und die Organisation effizienter gestaltet. Selbstverständlich werden wir hieran weiterarbeiten – im Sinne der Mitarbeiter, Bürger und letztlich auch der Haushaltssituation.

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