Neue Energie am alten Standort – ganz ohne „Kirchturm“

Nach 19 Jahren ist die Energiegewinnung in das traditionsreiche Eurotec zurückgekehrt. Nach rund 4 Monaten Prüfung wurde am Montag (15. Juni) das neue Biomasse-Heizkraftwerk auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Rheinpreussen eingeweiht. Es gibt drei wesentliche Gründe, warum dieser Schritt wichtig für Moers und die Region ist.

Zunächst ist das Biomasse-Kraftwerk ein Paradebeispiel für saubere Energiegewinnung. Die „Biokraftgesellschaft Moers“ leistet einen wertvollen Beitrag für die umweltschonende Energiewandlung vor Ort. Die Biokraft verbrennt nur Landschaftspflegehölzer – und zwar Kohlendioxid – neutral. Bei der Verbrennung wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie Bäume und Sträucher in früheren Zeiten aufgenommen haben. Im Vergleich zum bundesdeutschen Strommix sparen wir mit dieser Anlage jährlich rund 17.000 Tonnen Kohlendioxid ein.

Das Kraftwerk steht außerdem für mehr Unabhängigkeit kleinerer Stadtwerke im harten Wettbewerb um Strom- und Wärmekunden. Die interkommunale Zusammenarbeit hat hier eine große Bedeutung. Nach guten Erfolgen auf der „wir4-Ebene“ oder im Verbund mit Neukirchen-Vluyn bei ENNI sind hier die Stadtwerke Dinslaken im Boot. Das gemeinsame Projekt zeigt auch: Kirchturmdenken ist out! Hier ist noch einiges zu erwarten!

Last but not least ist das Kraftwerk auch ein positives Signal für den ehemaligen Bergbaustandort Rheinpreussen. Hier ist nun das letzte große Filetstück vermarktet. Dort, wo die Zeche Rheinpreussen bis 1990 Steinkohle förderte, werden nun aus nachwachsenden Rohstoffen Strom und Wärme gewonnen. Damit kann die Biokraft rund 5.300 Haushalte mit Strom und 3.200 Häusern Wärme für Heizung und warmes Wasser beliefern.

Für mich als Bürgermeister und ehemaliger Werksmarkscheider war der 15. Juni somit ein Tag mit weitreichender Bedeutung. Ich wünsche dem neuen Unternehmen viel Erfolg!

Übrigens: Wer neugierig ist, soll das ruhig sein. Unter www.biokraft-moers.de finden Sie weitere Informationen und Ansprechpartner.

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