Moerser Karnevalsvirus ist hoch ansteckend

„Ja, ist denn schon wieder… Karneval?“, dachte ich mir vor wenigen Tagen. Bereits vor Sessionsbeginn feierten wir am Sonntag, 09.11., den ersten karnevalistischen Höhepunkt. Im Moerser Schloss haben die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft Humorica den Moerser Schlossorden an 2 verdiente Persönlichkeiten unserer Stadt verliehen: an die Meerbecker Werberingvorsitzende Margot Klein und an „Mr. Ehrenamt“ Heinz Bruckhaus.

Zum eigentlichen Start, am 11.11., war ich leider verhindert. Aber einen Tag später fand die Närrische Ratssitzung statt. Ich hatte leider etwas schlechte Nachrichten für die Anwesenden. Es ging um das Motto der diesjährigen Session des Kulturausschusses Grafschafter Karneval: „ Mit dem Herz am rechten Fleck machen wir die Grafschaft jeck!“ Ich befürchtete, dass das Motto europaweit ausgeschrieben werden muss. Der städtische Justitiar Ulrich Voßwinkel konnte meine Bedenken nicht ausräumen. Im Gegenteil, er fand noch viele andere „Haare in der Suppe“.

Das Motto ist laut unseres Fachmannes nicht nur anatomisch falsch, sondern auch rechtlich diskriminierend. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Dementsprechend muss dieser Grundsatz auch für alle Organe des Menschen gelten. Das Herz darf nicht bevorzugt werden. Zumal die Leber in der Karnevalszeit bei der Bewältigung alkoholischer Kost viel wertvollere Dienste leistet. Herr Voßwinkel konnte den Anwesenden aber versichern, dass seine Erkenntnisse ohne Hilfe von externen Beratern zustande gekommen sind.

Sehr gefreut habe ich mich über die Beiträge der im Rat vertretenen Fraktionen und der Mitglieder des Kulturausschusses Grafschafter Karneval. Ein dickes Lob an alle für die tolle Vorbereitung ihrer Reden. Dass der CDU-Bürgermeisterkandidat Cay-Jürgen Schröder davon träumt, mein Fahrer zu sein, fand ich toll. Auch dass ich mich in diesem Jahr vor den Möhnen zur Sicherheit in einem Moerser Hallenbad verstecken sollte, war ein guter Vorschlag. Kurzum: Es war eine gelungene Sitzung, die Appetit auf die noch junge Session gemacht hat.

Eigentlich habe ich als gebürtiger Westfale mit Karneval soviel am Hut wie die Kuh mit dem Sonntag. Aber nach fast vier Jahren als Bürgermeister bin ich nicht nur mit dem Bazillus Karneval angesteckt worden – ich bin mittlerweile voll infiziert. Nach anfänglichen Vorbehalten ist die Session für mich immer ein Riesenspaß. Seien es nun die nun die Sitzungen, die handgemachten Partys der engagierten Jecken, die Närrische Ratssitzung oder auch der Nelkensamstagszug.

Zwar ist die Grafschaft keine karnevalistische Hochburg wie Köln oder Mainz, aber wir haben 2 große Vorteile. Zum einen geht es hier, wie jemand auf der Närrischen Ratssitzung treffend bemerkte, immer herzlich zu. Und zum anderen sind wir hier vielleicht noch ein wenig jecker als die übrigen Karnevalisten. Ich wünsche mir, dass wir in Moers so herzlich und jeck bleiben.

Grafschaft Helau!

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