Mehr Wohnqualität durch erhöhte Sicherheit

Eins vorweg: Moers ist aus meiner Sicht eine sichere Stadt. Auch die Polizei bestätigt diese Einschätzung. Das soll natürlich nicht heißen, dass es in unserer Stadt keine Kriminalität, Überfälle, Einbrüche oder ähnliches gibt. Außerdem ist das Angstgefühl immer ein individuelles. Die Wohnungsbau Stadt Moers GmbH entwickelt im Augenblick ein Konzept, das Beides verbessern soll: die tatsächliche Gefahr und das Angstgefühl. Ein Pilotprojekt ist in Mattheck/Josefsviertel (MaJo) geplant.

Im MaJo verbessert die Wohnungsbau erst einmal durch verschiedene Maßnahmen – unter anderem Modernisierung der Gebäude, Umgestaltung der Außenanlagen, bessere Beleuchtung und das Anlegen von Mietergärten – die Wohnqualität. Hierbei muss es sich um ein Gesamtkonzept handeln, das nicht nur die Objekte der Wohnungsbau berücksichtigt, sondern auch den öffentlichen Raum. Das Ganze darf kein Stückwerk sein, deshalb müssen alle Akteure zusammenarbeiten.

Das gilt natürlich auch für die Dinge, die direkt die Sicherheit erhöhen. Dazu gehören:

  • Bessere Übersicht zwischen Straßen, Wegen und Wohngebäuden
  • Bessere Aufenthaltsmöglichkeiten und dadurch bessere „soziale Kontrolle“
  • Verbesserung der Überschaubarkeit des Wohnumfeldes
  • Bessere Gebäudesicherung (beispielsweise einbruchsichere Türen und Fenster, hochwertige Schließzylinder)
  • Bessere Beleuchtung (Vermeidung von dunklen Ecken)
  • Bessere Kommunikation in Wohnvierteln, Förderung der sozialen Kontakte

Die Wohnungsbau Stadt Moers hat in der letzten Woche im Kriminalpräventiven Rat der Stadt Moers ihre Ideen vorgestellt. Sinnvoll ist auch eine Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen, die eine Studie über den Zusammenhang zwischen Städtebau, Architektur, Sicherheit und Kriminalität erarbeitet hat.

Klar ist für mich das Ziel: Mehr Sicherheit entsteht nur durch bürgernahe Konzepte! Einfach nur mehr „Streife laufen“ der Polizei bringt dagegen keine dauerhafte Verbesserung. Wenn´s im MaJo funktioniert, dann ist das ein hervorragendes Konzept für die ganze Stadt.

3 Kommentare

  1. Sinan schreibt am 9. November 2008 um 13:27

    Hallo,
    ich wohne in Mattheck. Hier ist echt schon viel gemacht worden. Ist wirklich klasse, auch nicht mehr so viel Stress.

  2. Kai Raven schreibt am 11. November 2008 um 20:14

    Vorweg: Ich wohne nicht in Matthek, deshalb kann ich abseits von Presseberichten die Sicherheitssituation bzw. den Bedarf kriminalpräventiver Maßnahmen schlecht beurteilen. In diesem Zusammenhang aber bereits die Frage, ob und wie die Einwohner „der Matthek“ in das Projekt einbezogen werden. Hat man oder hatte man zum Beispiel vorher Befragungen durchgeführt oder das Modell vorgestellt? Oder basiert der Projektbedarf rein auf polizeilichen Statistiken oder der Motivation abstrakt etwas zu den Schlagwörter des „Sicherheits-“ oder „Unsicherheitsgefühls“ zu unternehmen?

    Abseits davon finde ich es postiv, dass man sich nicht wie in anderen Städten in Deutschland oder im Ausland (siehe Wien, London usw.) sofort auf die vermeintlich sich stets positiv auswirkende Videoüberwachung der Hausumgebungen oder Hausflure stürzt, sondern wohnungsbauliche, städteplanerische, landschaftliche und sozialpolitische Elemente zu nutzen versucht, um ein Mehr an „Sicherheit“ als einem Bestandteil von Wohnqualität zu erzeugen. In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant zu erfahren, ob im Rahmen des Projekts der Ist-Zustand mit der Umsetzungsphase und mit dem Zeitraum danach wissenschaftlich untersucht wird (hinsicht des subjektiven „Sicherheitsgefühls“, der Einstellung zur Wohnqualität, der objetiven Kriminalitätszahlen usw.) und ob es irgendwo weitere Details einzusehen gibt (Website, PDF usw.)

  3. Norbert Ballhaus schreibt am 13. November 2008 um 08:59

    Lieber Kai Raven,

    vielen Dank für den Kommentar.

    Derzeit werden für diese Konzeptidee erst einmal die Grundlagen erarbeitet. Die Bürger werden aber rechtzeitig einbezogen. Es wird keine Entscheidung „an den Bewohnern vorbei“ geben.

    Eine „Vorher-Nachher“-Untersuchung ist ein interessanter Aspekt. Da wir eine wissenschaftliche Begleitung haben, wird das mit dem Uni-Team besprochen.

    Eine Studie für MaJo gibt es natürlich noch nicht, fragen Sie aber mal bei der „Allbau“ (www.allbau.de) in Essen nach der „Studie Heeme“.

    Eines möchte ich noch klarstellen: Es sollte nicht der Eindruck entstehen, die Mattheck hätte eine hohe Kriminalitätsrate. Laut Polizei ist der Stadtteil nicht besonders auffällig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Ballhaus

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