Eine Hochschule in der wir4-Region = Gewinn für alle Städte

Mindestens „fifty-fifty“ stehen die Chancen für eine Fachhochschule am Niederrhein. Moers ist dabei, und zwar im Rahmen der gemeinsamen Wirtschaftsförderung „wir4“ mit unseren Nachbarn Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg. Gut sind die Chancen, weil die Hälfte der insgesamt 10.000 neuen Studienplätze in ehemaligen Bergbau-Regionen entstehen soll. Gut sind die Aussichten aber auch deshalb, weil unser Konzept überzeugend ist. Die Zusammenarbeit der Städte ist gewachsen und erfolgreich. Somit haben wir ein gewichtiges Pfund im Wettstreit mit den anderen Bewerbern. Kirchturmdenken gibt es bei uns schon lange nicht mehr.

Aus diesem Grund steht die Frage des konkreten Standorts letztlich hinten an, denn das ehemalige BenQ-Gelände in Kamp-Lintfort, der Bereich der ehemaligen Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn und der Gewerbepark Genend sind allesamt hervorragend für eine neue Fachhochschule geeignet.

Aus eigener Erfahrung als Markscheider beim Bergwerk West kann ich nur berichten, wie wichtig es ist, sich vor der Stilllegung einer Zeche Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft einer Region zu machen. Nur bevor die Fakten geschaffen sind, hat man eine reelle Chance, etwas umzusetzen. Und genau das wollen wir als erfolgreiche gemeinsame Wirtschaftsförderung „wir4“ mit dieser Bewerbung tun.

Zudem passen die Bildungsbereiche sehr gut in die Kernkompetenzen der Region wie Agrobusiness, Umwelt- und Energietechnik oder Logistik. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Verbund mit den Firmen vor Ort. Die Ausbildung kann dadurch dual angeboten werden. In diesem Rahmen absolvieren die künftigen Studierenden parallel zum technischen Studium eine Berufsausbildung bei einer der lokalen Firmen. Dies erhöht natürlich die Kenntnisse im praktischen Bereich. So werden die künftigen Absolventinnen und Absolventen nicht nur gute Theoretiker, sondern sind auch fit für die Praxis „im Tagesgeschäft“.

In der Verbindung zwischen Hochschule und Firmen liegt ein großer Reiz – und eine weitere Chance. Nach der erfolgreichen Ausbildung müssen die Absolventen nicht die Region verlassen, um einen Arbeitsplatz zu finden. Ganz nebenbei würden die jungen Leute auch ein wenig den Folgen des demografischen Wandels entgegenwirken.

Man sieht, es gibt viele gute sachliche Gründe für eine Hochschule in der wir4-Region. Bei allen positiven Ansätzen und der guten Chance möchte ich aber noch einmal alle Bürgerinnen und Bürger in der Region bitten, kräftig die „Daumen zu drücken“. Besonders am Freitag, 31. Oktober, dann wird unser Konzept in Düsseldorf vorgestellt.

10 Kommentare

  1. Frank Stenglien schreibt am 10. Oktober 2008 um 14:39

    Lieber Herr Bürgermeister,

    ich drücke fest die Daumen. Meine Kinder (12 und 14 J.) wären vielleicht Kandidaten für die neue Hochschule.

    F. Stenglien

  2. Claus Peter Küster schreibt am 10. Oktober 2008 um 14:52

    Ganz klar: Beide Daumen hoch und/oder ganz fest gedrückt!

    Claus Peter Küster
    FBG Frak.vors.

  3. ulrich köhler schreibt am 14. Oktober 2008 um 10:14

    ganz klar, die fachhochschule wäre ein gewinn für die region bringt sicher auch standortvorteile für die wir4-städte. trotz allem würde man sich vom MOERSER bürgermeister schon ein wenig mehr kichturmdenken bei der standortfrage wünschen. wenn nach dem krzn auch die fachhochschule nach kamp-lintfort kommen hilft es sicher dort, aber es hätte auch moers geholfen. kleine polemik am rande „evtl. kann man ja das neue rathaus auch noch bei benq unterbringen, da könnte man richtig geld sparen“ polemik ende. nicht ärgern herr ballhaus…alles wird gut.

  4. Steffi schreibt am 14. Oktober 2008 um 12:11

    Ich finde nicht, dass der genaue Standort wichtig ist. Man merkt doch manchmal gar nicht, dass man gerade in die andere Stadt gefahren ist. Worum geht es außerdem? Doch auch darum, wo die Studenten leben, oder? Und das wird sicher nicht in einer Stadt, sondern in der ganzen Region sein. Kirchturmdenken ist wirklich von vorgestern! Und noch was: Eine Hochschule kostet ja auch Geld. Geteilt durch 4 ist sicher besser.

  5. Claus Peter Küster schreibt am 15. Oktober 2008 um 12:15

    @Ulrich Köhler: Parteien und Städte hin und Bürgermeister her: Egal! Denn als wir4 hatten wir selten eine so große gemeinsame Chance für unsere Region. Solch CDU Kirchturmdenken ist so kleinkariert wie unpassend.
    Vielmehr sollten alle Bürgermeister und alle Fraktionsvorsitzenden der wir4-Städte zur Unterstützung am 31.10.08 nach Düsseldorf mitreisen!!!

    Claus Peter Küster
    FBG Frak.vors.

  6. ulrich köhler schreibt am 15. Oktober 2008 um 14:48

    ach herr küster,

    als die cdu den antrag gestellt hat, sich um eine fachhochschule zu bewerben, wurde der antrag von seiten der spd als schauantrag und luftnummer bezeichnet. schon in unserem antrag haben wir darauf hingewiesen, dass man die bewerbung im rahmen von wir4 durchführen soll. allerdings kann mir niemand, auch sie nicht vorschreiben, dass ich mich als MOERSER ratsmitglied nicht für MOERS als standort einsetzen darf. dafür herr küster wurden wir von den MOERSERN gewählt und darauf haben wir einen eid geleistet. daran fühle ICH mich gebunden!

  7. Unpolitisch schreibt am 15. Oktober 2008 um 16:42

    Bei diesem Wahlkampfgetöse hat man als Bürger gar keine Lust mehr auf eine solche Uni.

    Trotzdem möchte ich Steffi beipflichten. Moers profitiert von einer Uni in NV, Ka-Li oder RB genauso wie von einer in Moers. Nur gemeinsam kann man große Dinge bewegen. Hat nicht Wesel versucht, alleine klarzukommen? Ist doch in die Hose gegangen, oder? Man muss sich in einer engen Nachbarschaft verbünden, sonst „verhungert“ man.

    Noch etwas: Können Politiker nicht andere Foren nutzen?

  8. ulrich köhler schreibt am 15. Oktober 2008 um 17:00

    liebe(r) unpolitisch,

    unsere meinungen liegen ja eigentlich nicht soo weit auseinander. und meine meinung habe ich dazu hier glaube ich deutlich dargelegt und die ist von meiner aufgabe geprägt.

    dass politiker evtl. andere foren nutzen sollten mag richtig sein, aber wenn hier herr ballhaus SEINE meinung zu dingen sagen darf, sollte das auch jeder hier tun dürfen. ich fürchte sie werden noch viel erdulden müssen…der wahlkampf hat ja noch garnicht angefangen 😉

  9. Unpolitisch schreibt am 16. Oktober 2008 um 08:49

    O.K., dann schaue ich weiter intensiv rein. Offensichtlich scheint ja der Bürgermeister mit seinem Blog die Themen vorzugeben ;-).

  10. Erstwähler (m) schreibt am 19. August 2009 um 18:40

    Ich bin für den Standort Moers, da, wie ja schon vorhergehend in Ulrich Köhlers Kommentar vom 14. Oktober erwähnt, sind andere Beteiligte der Wir-4 bereits „versorgt“.
    Moers hat das Potential zur Tourismusstadt, worauf die CDU in ihrem Wahlprogramm eindeutig eingeht. Eine neue Schule würde den Ruf der Stadt erhöhen und im weiteren Umkreis bekannt machen. Mit mehreren Gymnasien, einer Realschule, anderen Schulformen und nicht zu vergessen, dem Mercator Berufskolleg lässt sich Moers durch eine zusätzliche Hochschule wirklich zu einem „Bildungszentrum“ aufschwingen, was wiederum auch die Arbeitgeber interessieren wird. Also halten sie ihren BenQ-Standort und die anderen Plätze mal schön frei für neue Arbeitgeber.
    Vielen Dank

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