Ni Hao oder: Was die Sportstadt Moers von den olympischen Spielen lernen kann

Die Moerser Weß-Brüder sorgen mit hervorragenden Leistungen für Erfolge der deutschen Hockey-Nationalmannschaft. Der von 1999 bis 2003 für den FC Moers startende Florettfechter Benjamin Kleibrink holt Gold für Deutschland. Annike Krahn, Linda Bresonik, Simone Laudehr und Fatmire Bajramaj vom Rumelner FCR Duisburg sind in der Frauen-Fußball-Nationalmannschaft für Deutschland dabei. Die Rheinbergerin Isabel Werth und ihr Pferd Satchmo sind schließlich mit Gold und Silber die erfolgreichsten Vertreter der Region im fernen Peking.

Erst einmal freue ich mich über erfolgreiche deutsche Athleten. Wenn aber Sportler aus der Gegend Siege erringen, dann bin ich ganz Lokalpatriot. Gleichzeitig stelle ich mir auch die Frage: Welche Rolle spielt Sport eigentlich in unserer Stadt? Sind wir wirklich – wie wir immer wieder gerne behaupten – eine Sportstadt?

Fangen wir mit der zweiten Frage an. Meine klare Antwort: Jein! Sport hat in unserer Stadt einen hohen Stellenwert. Aber: Nicht umsonst haben wir im Leitbild diese Zielsetzung formuliert: „ Moers entwickelt sich als Breitensportstadt mit Leistungsschwerpunkten.“ Für ein eindeutiges „Ja!“ müssen wir mehr tun. Die Antwort auf die erste Frage schließt sich an. Sport ist wichtig, aber offensichtlich nicht wichtig genug. Denn um das genannte Ziel zu erreichen und eine richtige Sportstadt zu werden, sind eine Konzentration und Zusammenschlüsse absolut notwendig.

Einen positiven Ansatz bietet der Fechtsport. Der FC Moers arbeitet daran, den Standort Moers zu einem Leistungszentrum zu entwickeln. So könnten die äußerst erfolgreiche Arbeit im Jugendbereich ausgebaut und Abgänge zu großen Vereine verhindert werden. Dieser Gedanke sollte auch bei anderen Sportarten greifen. Die Moerser Vereine sollten besser zusammenarbeiten, vielleicht im ein oder anderen Fall auch fusionieren. Veranstaltungen, die kaum besucht werden, gibt es in Moers zu viele. Macht die Vereine größer und stärker und sorgt somit auch für einen noch stärkeren Breitensport!

Wichtig wäre eine solche Entwicklung auch mit Blick auf die Sportstätten. Die Stadt kann nicht 38 perfekte Turn- und Sporthallen und 16 einwandfreie Sportplätze anbieten. Auch hier müssen wir uns auf Aushängeschilder beschränken.

Veränderungen erfordern aber Bewegung – vor allem bei den Sportverantwortlichen. Und sie haben auch die Verantwortung, nach einem Blick über den eigenen Tellerrand vielleicht einmal über den ihren Schatten zu springen. Es geht erst einmal sicher nicht um Olympia, sondern um die Zukunft der Sportstadt Moers. Wenn diese Weichen gestellt sind, können wir gerne auch von Moerser Medaillen träumen.

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