Nun ist eine konstruktive Lösung für das Schlosstheater gefragt

Drei Dinge muss ich vorwegschicken:

  1. Moers ohne das Schlosstheater ist für mich undenkbar. Die Leistungen auch des aktuellen Ensembles sind herausragend. Das Schlosstheater ist somit unter anderem ein wichtiger Imageträger für die Stadt. Die Frage ist, ob eine alte Sporthalle ein würdiger Spielort für ein so renommiertes Theater ist.
  2. Einen Kampf „Sport“ gegen „Kultur“ gibt es nicht! Wir dürfen nicht die Eissporthalle gegen die Tennishalle als Aufführungsort des Schlosstheaters ausspielen.
  3. Polemik hilft uns nicht weiter. Wir müssen konstruktiv gemeinsam an einer Lösung arbeiten.

Wir diskutieren also derzeit über eine 34 Jahre alte Tennishalle, die mit der Eissporthalle am Solimare über einen gemeinsamen Mitteltrakt verbunden ist. Sie wird vom Schlosstheater als Spielort genutzt und muss abgerissen werden. So kann die Eissporthalle erhalten bleiben.

Ursprünglich war die Halle in privater Hand. Die Stadt Moers hat sie in den 80-er Jahren aus einer Konkursmasse herausgekauft, um sie für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten. Das gesamte Gebäude befindet sich seit einem Jahr in Besitz der Städtischen Betriebe Moers AöR (sbm). Der Betrieb der Eissporthalle soll weiter laufen, hat die Politik entschieden. Später soll möglichst der GSC Moers oder ein anderer Investor als Betreiber tätig werden. Der Erhalt und die Übertragung an einen Betreiber sind aber nur möglich, wenn die Halle sicher ist. Das muss über Umbau und Sanierung erfolgen.

Die Tennishalle existiert in dieser Funktion seit Ende der 90-er Jahre nicht mehr. Versuche, sie in eine Soccer-Halle umzuwandeln, scheiterten. Vor 5 Jahren hatte das Schlosstheater die Idee, die Tennishalle für ein Theaterstück zu nutzen. Da in einer Sporthalle üblicherweise Sport betrieben wird, ist eine Sondergenehmigung nötig. Diese gab es – für die Inszenierung von „Antigone“. Danach hat das Schlosstheater die Halle als Provisorium weitergenutzt. Wie es so im Leben ist, werden Zwischenlösungen zur Dauereinrichtung. Nach der Übertragung des Gebäudes an die sbm hat sich an der Nutzung nichts geändert. Einen Vertrag zwischen dem Schlosstheater und seinen Vermietern gab es nie. Lediglich für die Aufführungen des Stückes Antigone gab es Genehmigungen von der Bauordnung bezogen auf den Brandschutz. Zudem existierte eine mündliche Zusage, die Halle vorübergehend nutzen zu dürfen.

Durch den nötigen Abriss des Mitteltraktes als wichtigste Sanierungsmaßnahme müsste auch in die Tennishalle erheblich investiert werden. Der Verwaltungsrat der Städtischen Betriebe hat entschieden, dass die Kosten dafür (rund 100.000 Euro) zu hoch sind. Es bleibt nur der Abriss. Man muss sich auch die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll wäre, in ein Provisorium – eine 34 Jahre alte Sportanlage wohlbemerkt – Geld zu stecken.

Den Intendanten des Schlosstheaters habe ich bereits vor einigen Wochen über dieses Thema und die möglichen Folgen der aktuellen Situation informiert. Wir haben Gespräche über Lösungen geführt und werden das bis zu meinem Urlaub Mitte Juli weiter sehr intensiv tun. Ich hoffe, dass wir bis dahin vielleicht schon eine Lösung gefunden haben.

2 Kommentare

  1. Jenny schreibt am 27. Juni 2008 um 14:58

    Lieber Herr Bürgermeister,

    also ich finde klasse das die Eishalle bleibt. Hier kommen doch viele Kinder und Jugendliiche hin. Auch der Verein ist super und tut echt viel für den Sport. Das Theater kann doch am Schloß spielen.

    Jenny

  2. Pascal schreibt am 27. Juni 2008 um 21:38

    Guten Abend Herr Bürgermeister,
    es ist schade für das Schloßtheater, dass die alte Tennishalle gegenüber der Eishalle Moers abgerissen werden muss, dennoch fände ich den Preis für die Sanierung auch ein bischen zu hoch. Da in Kürze ein großes Schwimmbad in Moers entstehen soll frage ich mich wo die ganzen Transportmittel parken sollen, da die Eishalle auch noch dort ist ? Wird etwa auf der Fläche der Tennishalle ein Parkplatz gebaut ?
    P.S. Ich wünsche Ihnen schonmal einen erholsamen Urlaub !
    Mit freundlichen Grüssen
    Pascal

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